Abschleppen mit Seil oder Stange

Es ist der Albtraum vieler Autofahrer: Ein Motorschaden irgendwo auf dem Land, nichts geht mehr, alleine die Anfahrt eines Abschleppdienstes würde sehr kostspielig. In diesem Fall kann ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange und ein herbeigerufener Freund eine Menge Geld sparen. Ein Abschleppseil, das zwei Fahrzeuge zum Abschleppen verbindet, darf nach der deutschen Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nicht länger als fünf Meter sein. Es ist vorgeschrieben, dass ein solches Seil deutlich erkennbar gekennzeichnet sein muss, beispielsweise mit einem roten Wimpel aus Kunststoff oder einem gelben Tuch. Eine Abschleppstange ist anders als ein Seil nicht flexibel, auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Abstand zwischen dem abschleppenden und dem abgeschleppten Fahrzeug stets konstant bleibt.

Besonderheiten des Abschleppseils

Abschleppseile sind meist geflochtene Seile aus Kunststoff, an beiden Enden sind Karabiner oder andere Verbindungsbügel, sogenannte Schäkel, angebracht. Ältere Abschleppseile haben meist eine einfache größere Schlaufe. Neben den Kunststoffseilen werden auch Seile aus Sisal angeboten, diese werden entweder per Schlaufe befestigt oder direkt in die am Auto vorhandene Abschleppöse eingehängt. Abschleppseile werden in Gewichtsklassen zwischen 1900 und 6000 Kilogramm angeboten. Seit einiger Zeit gibt es auch besonders elastische Seile, in die Gummi oder eine Schraubenfeder eingearbeitet wurde. So kann beim Anfahren ein allzu starker Ruck vermieden werden.

Gesetzliche Vorschriften für die Benutzung eines Abschleppseils

Neben den oben beschriebenen Vorschriften ist das Funktionieren der Bremsen bei dem geschleppten Wagen gesetzliche Voraussetzung für die Verwendung eines Abschleppseils. Außerdem darf das abzuschleppende Fahrzeug nicht mehr als 4000 Kilogramm wiegen, ab diesem Gewicht ist eine Abschleppstange vorgeschrieben.

Weitere gesetzliche Vorschriften beim Abschleppen mit Seil oder Stange

Der Fahrzeugführer des schleppenden Wagens muss eine gültige Fahrerlaubnis besitzen. Im abzuschleppenden Fahrzeug benötigt der Fahrer übrigens keinen gültigen Führerschein, er muss lediglich in der Lage sein die Bremsen zu bedienen und das Auto zu lenken. Ein Fahrzeug, das noch ohne Hilfe fahren kann, darf nicht abgeschleppt werden. Fahrzeuglenker eines nicht mehr fahrbaren Automatik-Wagens sollten einen professionellen Abschleppdienst mit Abschleppbügel oder Ladefläche zu Hilfe rufen, da sonst ein Getriebeschaden droht.

Besonderheiten der Abschleppstange

Die Abschleppstange ist grundsätzlich eine Alternative zum Seil, wie oben beschrieben ist sie ab einem Fahrzeuggewicht von 4 Tonnen gesetzliche Vorschrift. Ein Vorteil der Stange: Mit der Abschleppstange werden auch die Bremskräfte des Zugfahrzeugs auf das geschleppte Fahrzeug übertragen, zudem bleibt die Distanz zwischen den beiden Fahrzeugen selbst bei plötzlichen Bremsmanövern stets konstant. Wenn bei einem nicht mehr fahrbaren Wagen die Bremsen defekt sind, so ist es gesetzliche Vorschrift, dass das Fahrzeugs mit einer Abschleppstange abgeschleppt wird – ganz unabhängig vom Fahrzeuggewicht.